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Hawaii II

14. Dezember
Drei Ktt'ler bei der Ironman-WM auf Hawaii, das hat es noch nie gegeben!
Teil II des Berichts von Tommy Pro Boarder, Flo Schmidbauer und Tobias Drachler.
Thomas Schertel:
Die ersten 10 km der Radstrecke verlaufen leicht wellig durch Kona mit noch relativ vielen Zuschauern. Dort begann ich mich zu verpflegen und beobachtete das Treiben auf der Strecke. Relativ viele Athleten waren dort auf einem Haufen. Auf dem Queen K Highway war es dann auch kein Problem mehr die Windschattenbox einzuhalten. Von da aus ging es nun bis zum Wendepunkt nach Hawi immer nur gerade aus und zwar entweder bergab oder –auf. Eine sehr monotone Strecke, an der sich auch kaum Zuschauer befanden. Im Endeffekt beschäftigt man sich die ganze Zeit damit seinen Leistungsbereich einzuhalten, sich ausreichend zu hydrieren und Kohlenhydrate nachzuführen. Am Anfang war ich noch guter Dinge, es fühlte sich gut an, der Wind war eher ruhig. Nach ca. 40 km musste ich mich dann allerdings das erste Mal übergeben. Den Grund dafür weiß ich nicht genau, allerdings könnte das widerliche Isogetränk, welches auf der Radstrecke gereicht wurde dafür verantwortlich sein. Nachdem ich mich noch ein paar Mal übergeben hatte, konnte ich auch kein Gel mehr zu mir nehmen. Die einzige Kohlenhydratquelle, die mir noch blieb war Cola, was in Summe aber nicht ausgereicht hat, wie sich später noch zeigen sollte. Nach der Wende in Hawi blies einem auf einmal derartig der Wind ins Gesicht. Der erhoffte Rückenwind blieb leider aus. Das machte den Rückweg dermaßen hart und so passierte es, dass es mir nach 140 km komplett den Stecker zog. Relativ einsam und mit den unterirdischsten Leistungswerten beendete ich nach 5 h 7 min die Raddisziplin.
Flo Schmidbauer:
Ab aufs Rad, die ersten Kilometer auf dem Kuakini Highway und anschließend die Palani Road hoch auf den Queen K Highway. Fühlt sich gut an, endlich hier zu sein, für das, was jetzt kommt, habe ich mich monatelang geschunden. Die Wattwerte fühlen sich noch easy an und es gilt, sich die ersten 60 Kilometer einzugrooven.
Die ca. 60km vor und nach dem Wendepunkt werden durch den heftigen Wind, die Hitze und die einsetzende Ermüdung nicht easy. Aus Seitenwinden am Anfang wird Gegenwind, je näher man Hawi kommt. Auf dem Weg nach unten einen Mittelweg zwischen "Kopf runter und ballern" und "an den Oberlenker klammern, um nicht in die Lavawüste geweht zu werden" gesucht.
Nach der Abfahrt von Hawi wird es - erwartungsgemäß - langsam hart, die Gruppen zersprengt es zunehmend. Vielen anderen geht es aber schlechter als mir und ich kann Löcher zufahren und Athleten überholen.
Ab 150km wird es immer härter. Ich sage mir, dass das ganz normal ist, und versuche, wenig an den Marathon zu denken. Die letzten 30km fahre ich weitestgehend allein, die Wattwerte reichen auch nicht mehr ganz an das eigentliche Wattfenster hin. Trotzdem erreiche ich T2 halbwegs heile und freue mich auf meine stärkste Disziplin.
Tobias Drachler:
… und leider wird er noch länger als geplant. Auf dem Rad will von km 1 an so gar nichts funktionieren...
"System failure" auf ganzer Linie, es wird ein langer, einsamer Kampf den Highway hoch und runter.
Viele emotionale Täler sind zu überstehen, aber die Freunde, die Familie, das Team um mich herum und zu Hause am Fernseher hat zu hart gearbeitet, hat zu viele Unbequemlichkeiten auf sich genommen...
Wer bin ich also, darüber nachzudenken, hier alles hinzuwerfen, das kommt nicht in die Tüte, so gehe ich hier nicht bei meiner Hawaiipremiere raus!
Sollen sich andere fadenscheinige Ausreden einfallen lassen...
#Jemeinsam mit Proathletes, Bioracer Germany, Autohaus Rolf Horn, Sports-Block und Petko Beier - Photography

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