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Unser Abde

8. Dezember
Abde, einer unserer spanischsprachigen Athleten - neben Endika, Jan, Diana u.a. - hat beim KTT eine Bilderbuchkarriere hingelegt. Er kam vor gut drei Jahren als "Nichtschwimmer" zu uns, hat mittlerweile mehrere Ligastarts hinter sich, den Ironman 70.3 in seiner Heimatstadt Barcelona absolviert, ist C-Trainer und einer der Verantwortlichen für die Nachwuchsbetreuung beim KTT. Er erzählt heute seine ganz persönliche Geschichte:
"Warum ich mich entschieden habe nach Köln zu gehen? Es war eine ganz persönliche Entscheidung. Nachdem ich in Spanien meinen Abschluss in mechanischer Fertigung und Design erreicht hatte, hätte ich Maschinenbau studieren können, was eigentlich mein Ziel war. Aber dann beschloss ich, auch aufgrund der schwierigen Situation in meiner Familie, zunächst alle Brücken hinter mir abzubrechen, denn so wie bisher wollte ich nicht weiter leben. Ich wollte woanders neu beginnen. Dann bekam ich ein Angebot aus Deutschland für einen Ausbildung im elektrotechnischen Bereich. Das war zwar nicht das, was ich gesucht hatte und was mich motivierte, aber ich ein Mensch, der, wenn ein Zug vorbeifährt, schnell aufspringt. Es musste eine schnelle Entscheidung sein: Man nutzt eine Chance oder man lässt es sein. Die Veränderungen werden sich immer zum Guten wenden.
Es waren einige weitere Spanier, die mit mir nach Deutschland gingen (wir hatten alle zuvor einen sechsmonatigen Intensivkurs in Deutsch absolviert). Wir trafen an einem regnerischen Tag in Deutschland ein und ich dachte: Mein Gott! Hier ist doch Sommer, wo bin ich nur gelandet! Wir haben zu dritt eine kleine Wohnung bezogen. Die Miete war sündhaft teuer, aber es war nur ein Provisorium, bis wir etwas Besseres finden sollten. Nach der Probezeit würden wir entscheiden, ob wir in Deutschland bleiben oder nach Barcelona zurückkehren. Ich für mein Teil dachte, ich werde mich schon daran gewöhnen.
Am Anfang fiel die deutsche Sprache mir alles andere als leicht. Eine Sache ist es, das in Barcelona zu lernen, eine ganz andere es danach in Deutschland in die Tat umzusetzen.
Heute, nach fast vier Jahre in Deutschland, ist das schon weniger anstrengend, aber ich muss mir immer noch Mühe geben, damit die Leute verstehen, was ich meine. Die deutsche Sprache ist alles andere als leicht und sie ist ein großes Hindernis, um Leute kennenzulernen.
Mein Deutsch ist auch dank des Sports dann besser geworden. Zunächst habe ich ein Jahr Kickboxen am Neumarkt trainiert, da mir der Kontaktsport immer schon gefallen hat.
Eines Tages habe ich bei einem Spaziergang mit dem Hund meiner Gastwirtin Gerhard kennengelernt (also eigentlich bin ich zu seinem Haus gefahren, da das KTT auf Google Maps als Adresse angegeben war). Wir haben mit einander geredet (es war eine große Erleichterung, dass er auch Spanisch spricht). Er sagte mir, "Komm doch einfach beim Training vorbei und probier es mal aus". Ich habe dann beim Schwimmtraining mitgemacht … und noch nie in meinem Leben so viel Wasser geschluckt. Ich war bis dahin immer nur am Strand geschwommen, nicht im Pool, schön mit dem Kopf über Wasser.
Aber allmählich bin ich immer besser geworden, dank Gerhard und der anderen Trainer (die so viel Geduld bewiesen haben).
Im selben Jahr, in dem ich auch Schwimmen gelernt habe, habe ich dann auch meinen ersten Sprinttriathlon absolviert.
Allmählich wurde ich immer besser, bis ich dann im folgenden Jahr in den unteren Ligamannschaften des KTT starten konnte. Da es gut lief und ich immer mehr Rückenwind bekam, habe ich mich im Jahr darauf für den Ironman 70.30 in Barcelona angemeldet und habe das dann auch tatsächlich geschafft.
Beim KTT habe ich viele nette Leute kennengelernt. Wir sind eine große Familie. Heute bin ich dankbar dafür, dass ich den unteren Ligen starten und als Trainer arbeiten darf. Wenn man mich braucht, stehe ich zur Verfügung, auch wenn ich weiß, dass ich noch viel lernen muss.
In Deutschland allgemein habe ich alles vorgefunden, gute Menschen, aber auch böse (wie überall auf der Welt). Man hat mir gesagt, dass die Deutschen kalt und immer ernst seien, aber sehr bald habe ich gemerkt, dass das nicht stimmt. Was das Wetter angeht, so gibt es in Deutschland ein schönes Sprichwort: "Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung".
Für den Verein finde ich nur Worte der Dankbarkeit. Für mich ist das KTT eine Familie, bei der du dich wie zu Hause fühlen kannst. Es spielt keine Rolle, dass du Ausländer bist, sie behandeln dich wie einen der ihren und so habe ich mich von Anfang an sehr wohl gefühlt. Immer wenn es ein Problem gibt, findet man hier jemanden, der einen unterstützt. Danke!


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